generation.HD

Gutes Morgen Heidelberg

Wie weiter nach dem Bürgerentscheid?

STADTBLATTARTIKEL

generation.hd - Ausgabe vom 28.07.2010

Cofie-Nunoo

 

 

 

 

 

Der Bürgerentscheid hat eine klare Mehrheit gegen eine Erweiterung gebracht. Glückwunsch den Menschen, die sich hier engagiert haben. Es war auch eine Entscheidung, um die “gefühlte Ohnmacht” gegenüber politischen Entscheidungen zu überwinden, mit denen manch einer nicht einverstanden war und sich nicht ernst genommen fühlte. Daher sollte dieses klare Votum aus unserer Sicht vor allem zu einem führen. Zu einer ergebnisoffenen Planung im Dialog zu Beginn großer Projekte. Hier wurden in der Kommunikation grobe Fehler gemacht. Vielleicht gibt es dann auch eine “Gestaltungsmehrheit” in Heidelberg.

Raum für die kreative Klasse

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Die Fraktionsgemeinschaft B’ 90/ Grüne und generation.hd im Heidelberger Gemeinderat hatte für den 20.7.2010 eingeladen zu einer offenen Diskussion zum Thema: ”Hungrig nach Freiraum – melting pot HD”.

Die Veranstaltung fand im Foyer des Theaterzeltes in der alten Feuerwache Heidelbergs statt und war mit etwa 50 Teilnehmern, vorwiegend “Kreativklässler”, gut besucht. Anfangs waren noch einige Vertreter einer anderen “Klasse” anwesend, junge Leute die seit Jahren für Räume für das Automome Zentrum kämpfen. Die AZ’ler wurden ihrem Image gerecht und mischten die Diskussion kurzzeitig im linksradikalen Stil mit Transparenten und scharfen Redebeiträgen auf.

Frank Zumbruch leitete die Diskussion trotz dieser Störung souverän und sorgte im Weiteren für einen gut strukturierten und konstruktiven Ablauf.

Der Raumbedarf ist groß

In der ersten Runde wurde der Raumbedarf anhand der verschiedenen Nutzungsprofile ermittelt. Deutlich wurde, dass ein großer Bedarf an unterschiedlichsten Räumen besteht. Darunter unter anderem: Proberäume, Atelierräume, Ausstellungsräume, selbstverwaltete Räume, Büroräume, Werkstätten, Räume für Veranstaltungen im nichtkommerziellen Bereich, kleine Räume für erste Schritte in die Selbständigkeit, temporäre Räume für Kunstaktionen und Performances. Angesprochen wurde auch das Thema Freiflächen. Die Neckarwiese ist als eine der wenigen nutzbaren Freiflächen stark überlastet. Eine der wenigen Alternativen, der Zollhofgarten, kann vermutlich im nächsten Jahr nicht mehr angeboten werden. Hier bräuchte man dringend einen Ersatz, den man vielleicht auch an den Stadträndern finden könnte.

Eine Stadt voller Möglichkeiten?

In der zweiten Runde wurden Möglichkeiten gesucht wo man Räume für keative Tätigkeiten einrichten könnte. Heidelberg ist mit Brachflächen oder großen leerstehenden Liegenschaften nicht gerade übersät. Dies könnte sich mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte aber ändern, allerdings erst in 4 bis 5 Jahren. Bis dahin wurden unter anderem folgende potentiellen Areale genannt: Landfried Gelände, alte Feuerwache, Friesenhaus, Industriegebiet Pfaffengrund: Schmitthelm-Werke, Klingenbühl, Bahnbetriebswerk, ehemaliges Kammerkino in der Hauptstraße, ungenutzte Scheunen. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten der Vernetzung mit der Region, z.B. mit Mannheim, wo mehr Flächen zur Verfügung stehen.

Freiraum durch Nutzung von Leerständen

Ein neuer und interessanter Punkt war die Idee zur Nutzung von Leerständen. Verteilt über die ganze Stadt gibt es ständig wechselnde leerstehende Räume die übergangsweise genutzt werden könnten. Egal ob Werkhallen, Läden, Wohnungen oder Büroflächen, viele wären dankbar, wenn sie diese Räume günstig temporär für kreative Zwecke nutzen könnten. Einfach ist das nicht, es gibt Hindernisse rechtlicher und steuerlicher Art, viele Vermieter haben Angst die temporären Nutzer dann nicht mehr loszuwerden. Es bräuchte eine Art Raum-Zeit-Agentur, die Leerstände ausspäht, Eigentümer ermittelt und Nutzer vermittelt. Das Ganze am besten in Verbindung mit der Stadtverwaltung.

Nachhaltige Kreativzone in der alten Feuerwache

Bei der Diskussion über Räumlichkeiten kam man dann auch wieder zurück zum Veranstaltungsort, der alten Feuerwache. Die Nutzung der alten Feuerwache als “kreative Zone” ist schon länger im Gespräch, letztens bei der Kommunalwahl 2009. Die Räumlichkeiten, die die alte Feuerwache bietet, sind geradezu ideal um als solche genutzt zu werden. Problematisch bei der Raumfindung sind immer die Kosten. Im Falle der alten Feuerwache wurden 6 Mio. € an Einnahmen veranschlagt, wenn die Stadt Heidelberg das Grundstück verkauft bzw. für Wohnzwecke kommerziell nutzt. Diese 6 Mio. € sind in die Finanzplanung für die neue Feuerwache eingeflossen und würden im Gesamthaushalt fehlen, wenn das Areal z.B. für kulturelle Zwecke genutzt würde. Damals wurde so argumentiert und damit eine kreative Nutzung ausgeschlossen. Inzwischen hat sich einiges verändert und es wurden über 5 Mio. € für die Zwischennutzung durch das Stadttheater in das Gebäude investiert, 5 Mio. € für zwei Jahre. Würde das Gebäude nach diesen zwei Jahren abgerissen, sind die 5 Mio. € hinfällig. Bei einer Nutzung als “kreative Zone” könnten große Teile der Investitionen durch das Stadttheater weiter genutzt werden, die Investition wäre wesentlich nachhaltiger. Jetzt muss über dieses Gebäude neu nachgedacht werden, meint auch OB Würzner, der sich der laufenden Diskussion zwischenzeitlich anschloss.

 

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Die kreative Klasse im Aufbruch – OB Würzner diskutierte mit. Foto: uw

Kreative Klasse und Kreativwirtschaft

Kunst und Kultur kostet nur Geld. Diese Aussage ist oft aus der Bevölkerung, der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat zu hören. Auch bei der Diskussion in der alten Feuerwache ging es immer wieder um dieses Thema. Einige Teilnehmer waren der Auffassung, die Kreativen müssten durch ihre Arbeit auch zur Finanzierung von Räumlichkeiten beitragen. Dem wurde entgegengesetzt, dass viele, vor allem künstlerisch tätige junge Leute, gar keine Einnahmen hätten um sich z.B. an Raumkosten zu beteiligen. Beide Aussagen sind richtig, es muss unterschieden werden. Die Kreativwirtschaft verdient mit der kreativen oder kulturellen Tätigkeit Geld wie ein ganz normales Wirtschaftsunternehmen und kann entsprechend ihren Beitrag für Raumkosten leisten. Sie gliedert sich in den normalen Wirtschaftskreislauf ein, bietet Arbeitsplätze und zahlt Steuern. Trotzdem gehört auch die Kreativwirtschaft gefördert, denn sie bringt über den Wirtschaftsfaktor hinaus den zusätzlichen kulturellen Impuls. Bei der kreativen Klasse sieht das etwas anders aus. Hier gibt es erst mal keine direkte Wirtschaftsleistung. Trotzdem ist die kreative Klasse, wie Derek Cofie-Nunoo von generation.hd deutlich machte, ein enormer Wirtschaftsfaktor in Form von Innovation, Atmosphäre und Attraktivität einer Region. In der kreativen Klasse stecken enorme Potentiale, denen man die Möglichkeit geben muss sich zu entfalten.

Der lebendige Geist und der beschränkte Horizont

Vor der Schaffung von Räumen im baulichen Sinne steht in Heidelberg die Schaffung von geistigem Freiraum, von Bewusstsein und Verständnis für andere Kunst, Kultur und Kreativität über den Standard hinaus. In Heidelberg endet der Horizont was Kunst und Kultur angeht in der Regel beim Stadttheater und dem Kurpfälzischen Museum. Die Stadtverwaltung hat kein Konzept zur Entwicklung der kreativen Klasse und kann dies laut Aussage von OB Würzner auch nicht leisten. Das Kulturamt ist mit der Verwaltung der bestehenden Kultureinrichtungen beschäftigt und macht keine Anstalten den eigenen Horizont zu erweitern. Impulse müssen also von den Kreativen selbst kommen. Doch wen ansprechen, wenn auf den Ämtern niemand Verständnis für die neue Kreativszene hat. In Mannheim z.B. gibt es einen “Verbindungsmann”, der die Bedürfnisse der Kreativen gegenüber der Verwaltung vermittelt, dort mehr in Richtung Musikszene.

Nicht viel besser sieht es bei den öffentlichkeitswirksamen Medien in Heidelberg aus. Die RNZ hat schwer gekämpft für das neue Stadttheater. Für Kreativität darüber hinaus und für alles was vielleicht klein und unbedeutend aber ungewöhnlich und wertvoll ist, ist dort kaum Platz. Jetzt bekommen wir ein riesiges Theater für 50 Mio. € und entsprechend hohe Folgekosten. Bleibt da noch etwas übrig für die kreative Klasse? In den Zeiten knapper Kassen sicher immer weniger.

Raum für die kreative Klasse

Was braucht es also um das Potential der kreativen Klasse zu nutzen. Zuerst ein mal den Willen der Stadtverwaltung und der politischen Gremien in diese Richtung etwas zu tun. Wenn dieser Wille nicht geweckt werden kann, artet jede Initiative in einen Kampf gegen Windmühlen aus. Zweitens braucht es eine organisatorische Struktur als Schnittstelle zwischen denen die kreativ tätig sein wollen und denen die das möglich machen können (Stadtverwaltung, Hausverwalter, Eigentümer von Immobilien ..). Und nicht zuletzt braucht es Räume die für die verschiedensten Bedürfnisse geeignet sind.

Von Nils Herbstrieth (www.die-stadtredaktion.de)

Ein “Nein” löst das Problem nicht!

 

STADTBLATTARTIKEL

generation.hd - Ausgabe vom 21.07.2010

Cofie-Nunoo

 

 

 

 

 

 

Die verminderte Nutzbarkeit und Vermarktung und die sich daraus ergebenden erhöhten Zuschüsse und notwendigen Investitionen alarmierten den Gemeinderat und waren der Grund, warum wir uns intensiv mit Lösungen für diese finanzielle Schieflage beschäftigt haben. Es ging um die Zukunft unserer Stadthalle. Eine Lösung des Problems bietet nur die Erweiterung der bestehenden Stadthalle. Ein neuer Standort an anderer Stelle brächte eventuell ein neues Kongresszentrum, die Probleme und Belastungen der Stadthalle würden weiter bestehen bleiben.

Ja zur Stadthalle! Entscheid für mehr Wissenschaft, mehr Kultur, mehr Lebensqualität

Die Fraktionsgemeinschaft von Bündnis 90 / Die Grünen und generation.hd hat dafür gestimmt, unter bestimmten Kriterien die Planungen für die Erweiterung der Stadthalle fortzusetzen. Daher stimmen wir beim Bürgerentscheid an diesem Sonntag mit Ja.

Denn die Altstadt ist der attraktivste Standort. Hier herrscht das Flair, das Kongresse in Heidelberg zu etwas besonderem macht. Ein Kongressbau an anderem Ort wird doppelt so teuer und gefährdet die Stadthalle damit finanziell. Zudem verschenkt er die Synergieeffekte von Neu- und Altbau. Wer für den Hauptbahnhof argumentiert, verschweigt diese Mehrkosten und dass der damalige Standort wegen fehlender Grundstücke gar nicht machbar war. Der aktuelle Entwurf bietet nun alles, was ein funktionierendes Kongreßzentrum im 21. Jahrhundert braucht - zur Stärkung der Wissenschaft in Heidelberg. Nur so kann die Stadthalle bleiben, was sie für Heidelberg war: Neben dem Schloss der zentrale Ort für gesellschaftliche Ereignisse, Konzerte und Feste.

Unsere grundsätzliche Zustimmung machten wir von Kriterien abhängig, welche die aktuellen Planungen nun bereits verbessert haben. Sie müssen aber auch erfüllt werden:

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Mehr Grün auf dem Krahnenplatz und dem vergrößerten Jubiläumsplatz schafft dort ein neues Naherholungsgebiet mit mehr Lebensqualität für alle HeidelbergerInnen.

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Daher soll auch der Neckarlauer im Zuge der Erweiterung begrünt und aufgewertet werden. Wir wollen ein offenes Neckarufer, damit die Stadt auch ohne Tunnel bereits 2012 an den Fluss kommt. Insgesamt gibt es nicht weniger Grün und nicht weniger Bäume als vor dem Umbau.

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Die Fassade des Erweiterungsbaus wurde bereits umgestaltet, damit sie besser in die Altstadt passt. Die Sozialwohnungen werden in der Altstadt erhalten und die Verkehrserschließung wurde verbessert, für Anwohner wird es ruhiger werden.

Unsere Haltung zur Stadthallenerweiterung haben wir in intensiver Debatte mit unseren Mitgliedern und Sympathisanten entwickelt. Sie wird von einer großen Mehrheit geteilt. Aber es gibt auch eine Minderheit bei uns, die keinen Stadthallenanbau in der Altstadt will. Mit ihnen gemeinsam teilen wir die Überzeugung, dass dieser Bürgerentscheid ein guter Weg ist, um für Heidelberg die Grundsatzentscheidung zu fällen.

Wir hoffen auf eine starke Beteiligung und werden natürlich auch das Ergebnis eines erfolgreichen Bürgerentscheids respektieren.

Grafik: Nils Herbstrieth

Nachfolgend Auszüge aus dem Protokoll der Sitzung des Gemeinderats zum Realisierungswettbewerb Stadthallenerweiterung mit den Änderungen, die unsere Fraktionsgemeinschaft Grüne/generation.hd erfolgreich eingebracht hat.

Sitzung des Gemeinderates vom 11.03.2010

Ergebnis der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 11.03.2010:
15 Ergebnisse Realisierungswettbewerb Stadthallenerweiterung
Beschlussvorlage 0014/2010/BV

Es melden sich zu Wort:
Stadträtin Dr. Greven-Aschoff, Stadträtin Dr. Werner-Jensen, Stadträtin Marggraf, Stadt-rat Dr. Gradel, Stadträtin Dr. Trabold, Stadtrat Lachenauer, Stadträtin Paschen, Stadtrat Cofie-Nunoo, Stadtrat Pflüger, Stadtrat Wetzel, Stadtrat Dondorf, Stadtrat Dr. Loukopou-los, Stadtrat Dr. Weiler-Lorentz, Stadtrat Weiss, Stadtrat Breer, Stadträtin Prof. Dr. Schuster, Stadträtin Hollinger, Stadträtin Dr. Lorenz

Folgende Anträge wurden als Tischvorlage verteilt beziehungsweise im Laufe der Diskussion gestellt:

Antrag von SPD, GAL, BL/LI sowie HD P& E:
Es erfolgt kein Anbau oder Neubau für ein erweitertes Kongresszentrum an der Stadthalle.

Sachantrag der B 90/Die Grünen und generation.hd:

A. Klima, Ökologie, Aufenthaltsqualität

1. Zum Ausgleich des Wegfalls des Montpellierplatzes und um die Nutzung und Aufenthaltsqualität auf dem Krahnenplatz zu verbessern, sind zusätzliche Grünflächen herzustellen.

2. Das Sockelgeschoss zwischen Alt- und Neubau soll als öffentlich nutzbarer Raum ausgestaltet werden.

3. Ebenfalls zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität soll der Jubiläumsplatz - anders als in dem Siegerentwurf zur Neckaruferpromenade skizziert - großflächiger mit Bäumen bepflanzt werden. Eine Grünfläche ist herzustellen, der Platz wird zur Stadthalle hin verlängert und insgesamt größer.

4. Entlang des Erweiterungsbaues sind neckarseitig die bestehenden Baumreihen zu ergänzen.

5. Teilbegrünungen in der Unteren Neckarstraße soweit möglich, um nicht die Belüftung zu behindern.

6. Angebunden an den Jubiläumsplatz soll eine Verbindung zum Neckar hergestellt werden. Teilplanungen aus dem Siegerentwurf zur Gestaltung der Neckaruferpromenade sind vorzuziehen und unmittelbar im Zusammenhang mit einem Bau der Stadthallenerweiterung durchzuführen, um die Fläche des Neckarlauers aufzuwerten. Insbesondere sollen bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus eine Treppenanlage zum Neckarlauer errichtet und Aufenthaltsflächen geschaffen werden.

7. Die Stadthalle wird als “green building” gebaut. Das Energiekonzept soll als Vorbild für Gebäude in dieser Größenordnung dienen können.

B. Soziales
Anstelle der wegfallenden GGH-Wohnungen ist in der Altstadt an anderer Stelle vorhandener Wohnraum mit Sozialbindungen zu versehen, damit der Anteil von sozial gebundenem Wohnraum in der Altstadt nicht verringert wird. Den Bewohnern sind Wohnungen in der Altstadt anzubieten.

Die Fraktionsgemeinschaft B 90/Die Grünen mit generation.hd machen darauf aufmerksam, dass sie nur dann dem Projekt zustimmen werden, sofern alle von ihnen formulierten Forderungen enthalten seien.

Mit nachfolgend aufgeführtem Antrag bittet die Fraktionsgemeinschaft, bei der verfeinerten Entwurfsplanung folgende Fragen zu beantworten:

Verkehr
Anlieferungsvorgänge in der unteren Neckarstraße sind möglichst zu vermeiden. Wie ist diese Vorgabe bei der vertiefenden Planung berücksichtigt?
Im Siegerentwurf des Wettbewerbes wird für die Anlieferung ein Ladedock - eingehaust in den Erweiterungsbau - vorgeschlagen. Die Mehrzahl der Anlieferungsvorgänge soll darüber sowohl für den Neu- wie den Altbau abgewickelt werden. Es ist bis zur Vorlage der weiteren Planung darzulegen, wie viele Anlieferungen (z.B. große Bühnenteile) durchschnittlich übrig bleiben, die über die untere Neckarstraße abzuwickeln sein werden. Ebenso ist darzulegen, wie oft bei einer Steigerung der Konferenznutzung um 8% Schwerlastverkehr zusätzlich zum heutigen Stand anfahren wird - mit besonderer Be-rücksichtigung der Unteren Neckarstraße.

Betriebskostenzuschuss und Betreibermodell
Mit der verfeinerten Entwurfsplanung sollen folgende Berechnungen vorgelegt werden:

1. Betriebskostenrechnung (Gebäudeunterhaltung Alt- und Neubau, technische Betriebs-kosten, Personalkosten, Kosten für das Konferenz- bzw. Veranstaltungsequipment im Neubau und im Altbau, Kosten der Logistik, wie z.B. Aufstellplätze für LKWs an anderer Stelle.
2. Einnahmen - aufgeschlüsselt nach Konferenz und Kulturveranstaltungen
3. Investitionskosten für den Neubau
4. Sanierungskosten Altbau
5. Kosten von Außenanlagen
6. Jährliche Belastungen durch die Investitionen
7. Gesamtdefizit

Ebenfalls vorzulegen sind Betreibermodelle für das gesamte Projekt.

Antrag von Stadtrat Cofie-Nunoo:
Der Jugendgemeinderat wird in den weiteren Beratungslauf eingebunden.
Oberbürgermeister Dr. Würzner sagt zu, den Jugendgemeinderat in den weiteren Beratungsverlauf einzubinden. Er weist darauf hin, dass der Geschäftsordnungsantrag von 1/5 aller Mitglieder (= 8 Mitgliedern) unterstützt werden muss. Auf Nachfrage unterstützen 14 Mitglieder des Gemeinderates den Geschäftsordnungsantrag. Damit erfolgt namentliche Abstimmung.

Er lässt zuerst über den gemeinsamen Antrag der SPD, GAL, BL/LI und HD P & E namentlich abstimmen.
Abstimmungsergebnis: mit 14 : 27 Stimmen abgelehnt

Anschließend stellt er den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit dem Sachantrag der B90/Die Grünen mit generation.hd namentlich zur Abstimmung.
Abstimmungsergebnis: mit 27 : 14 Stimmen beschlossen

Beschluss des Gemeinderates:

Der Gemeinderat bestätigt die Ergebnisse des Wettbewerbs mit dem 1. Preis für den Entwurf des Architekturbüros Karl und Probst als Grundlage für die weitere Planung der Stadthallenerweiterung mit folgender Maßgabe:

1. Zum Ausgleich des Wegfalls des Montpellierplatzes und um die Nutzung und Aufenthaltsqualität auf dem Krahnenplatz zu verbessern, sind zusätzliche Grünflächen herzustellen.

2. Das Sockelgeschoss zwischen Alt- und Neubau soll als öffentlich nutzbarer Raum ausgestaltet werden.

3. Ebenfalls zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität soll der Jubiläumsplatz - anders als in dem Siegerentwurf zur Neckaruferpromenade skizziert - großflächiger mit Bäumen bepflanzt werden. Eine Grünfläche ist herzustellen, der Platz wird zur Stadthalle hin verlängert und insgesamt größer.

4. Entlang des Erweiterungsbaues sind neckarseitig die bestehenden Baumreihen zu ergänzen.

5. Teilbegrünungen in der Unteren Neckarstraße soweit möglich, um nicht die Belüftung zu behindern.

6. Angebunden an den Jubiläumsplatz soll eine Verbindung zum Neckar hergestellt werden. Teilplanungen aus dem Siegerentwurf zur Gestaltung der Neckar-uferpromenade sind vorzuziehen und unmittelbar im Zusammenhang mit einem Bau der Stadthallenerweiterung durchzuführen, um die Fläche des Neckarlauers aufzuwerten. Insbesondere sollen bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus eine Treppenanlage zum Neckarlauer errichtet und Aufenthaltsflächen geschaffen werden.

7. Die Stadthalle wird als “green building” gebaut. Das Energiekonzept soll als Vorbild für Gebäude in dieser Größenordnung dienen können.

8. Anstelle der wegfallenden GGH-Wohnungen ist in der Altstadt an anderer Stelle vorhandener Wohnraum mit Sozialbindungen zu versehen, damit der Anteil von sozial gebundenem Wohnraum in der Altstadt nicht verringert wird. Den Bewohnern sind Wohnungen in der Altstadt anzubieten.
gezeichnet

Dr. Eckart Würzner
Oberbürgermeister

Ergebnis: beschlossen mit Ergänzung
Ja 27 Nein 14

Weiterentwicklung der Seniorenzentren (SZ)

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generation.hd verfolgt das politische Ziel einer “Stadt für alle Lebensalter” .

Die derzeit bestehenden SZ sind wichtige Bausteine in den Stadtteilen für die Umsetzung dieser Vision. SZ sind in 10 Stadtteilen in mehr oder weniger zentraler Lage angesiedelt und erfüllen eine wichtige Funktion innerhalb der Stadtquartiere. Diese integrative Funktion soll durch eine Weiterentwicklung systematisch ausgebaut werden. Die Bedeutung von wohnortnahen, dezentralen Angeboten der Altenhilfe wird vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung weiter zunehmen. Hier kommt es darauf das Angebot auf heutige und zukünftige Nutzergruppen abzustimmen.

 

 

 

Der bisherige Schwachpunkt der SZ liegt in der geringen Rate der Inanspruchnahme innerhalb der Zielgruppe 60+. Bei der konzeptionellen Weiterentwicklung ist auf eine stärkere Zielgruppenorientierung der Angebote zu achten . Ziel sollte eine höhere Akzeptanz der Angebote, sowie eine höhere Inanspruchnahmerate sein.

Folgende Fragen müssen zunächst beantwortet werden:

1. Welche Gründe liegen stadtteilspezifisch vor, warum das Angebot der SZ nur in geringem Maße angenommen wird?
2. Könnte ein verändertes, erweitertes Angebot die Inanspruchnahme erhöhen?
3. Wie könnte die Attraktivität der SZ im Stadtteil gesteigert werden?
4. Welche Kommunikationskanäle werden derzeit genutzt um die Angebote bekannt zu machen?

Bei der Weiterentwicklung der SZ ist darauf zu achten, die besonderen stadtteilspezifischen Gegebenheiten der SZ zu beachten. Das bedeutet, dass eine konzeptionelle Weiterentwicklung für alle SZ nur sehr allgemein formuliert werden kann und in einem zweiten Schritt auf die Situation im jeweiligen Stadtteil angepasst werden muss.

Ziel ist es, die Attraktivität der SZ so zu steigern, dass sie eine zentrale Anlaufstelle (”Drehscheibe”) für Menschen im Stadtteil werden. Dafür muss auch die räumliche Situation überprüft werden.

I. Sozio-kulturelles Angebot - Soziale Integration/ Treffpunkt “Lokal”
Eine wichtige Funktion der SZ ist die soziale Integration älterer Menschen im Stadtteil. Es sind aber gerade die altersübergreifenden Kontakte, die ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln. Gleichzeitig sind viele Familien im Stadtteil ohne “festen Anlaufpunkt” (Räume, Treff, Krabbelgruppe a la Plöck 2a, Einelterntreff etc.). Eine “räumliche Kooperation” mit den SZ könnte hier für ältere Menschen und Familien gleichermaßen fruchtbar sein.
” räumliche Kooperation mit dem lokalen Bündnis für Familie, wo die Raumkapazitäten vorhanden sind
” Alters- und geschlechtsspezifische Angebote (Zielgruppenorientierung)
” neue Themen

II. Beratung und Information
Bündelung der Informationen und Beratungsleistungen in den SZ zur Altenhilfe- und Pflegeberatung . Aufbau eines wohnortnahen Netzwerkes der Altenhilfe für ältere Menschen und Angehörige
” Gesundheit und Pflege (originäre Kompetenz)
” Begegnungsmöglichkeiten
” Besuchs- und Begleitdienste
” Wohnungsanpassung (derzeit techn. Bürgeramt)
” Wohnformen im Alter (derzeit techn. Bürgeramt)

III. Dienstleistungen und Versorgungsangebote
” Andocken von Dienstleistungen (z. B. Banken, Krankenkassen, ambulante Pflegedienste etc.)

IV. Sozial-räumliche Vernetzungsarbeit - Vernetzung im Stadtteil
” SZ als “Versorgungs- und Mitwirkungszentrum
” “Lotsenfunktion” der SZ
” systematische Zusammenarbeit von Diensten und Einrichtungen im Stadtteil
” Kooperation mit Hilfs- und Pflegediensten, Vermietern (GGH), Polizei, Ärzten und Krankenhäusern

V. Förderung ehrenamtlicher Tätigkeiten
” Zusammenarbeit mit Freiwilligenbörse, anderen Organisationen, Akademie für Ältere etc.
” Weiterentwicklung ehrenamtlicher Projekte gemeinsam mit lokalen Akteuren

Standorte der SZ
” Lage hinsichtlich der neuen Ausrichtung überprüfen und evtl. Suche nach neuen Standorten im Stadtteil
” Raumgestaltung der SZ anpassen (BE Do-it-yourself, Einbinden der Nutzer, Ideenwettbewerb), ansprechende Räumlichkeiten